Nachdem im vorangegangen Beitrag der Begriff „Weiterbildung“ näher definiert wurde, wollen wir uns heute mit dem Begriff „Weiterbildungsmaßnahme“ beschäftigen, genauer gesagt mit dem Unterschied zwischen internen und externen Weiterbildungsmaßnahmen. Im Gegensatz zum Weiterbildungsbegriff herrscht in der einschlägigen Literatur bezüglich der Definition von internen und externen Weiterbildungsmaßnahmen großer Konsens. Im Folgenden haben wir für euch die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zusammengefasst.

Zunächst lassen sich Weiterbildungsmaßnahmen nach Maßnahmenträger bzw. Anbieter in interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen einteilen. Als interne Anbieter gelten Betriebe und Unternehmen, zu den externen Anbietern gehören öffentliche und private Träger der Erwachsenenbildung wie Kammern, Bildungswerke und Management-Akademien.

Von internen oder auch innerbetrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen wird gesprochen, wenn die Weiterbildungsmaßnahmen in der Verantwortung der Betriebe bzw. Unternehmen liegen. Diese sind für die Zielsetzung und die Inhalte zuständig, legen die Teilnehmer- und Teilnehmerinnenvoraussetzungen fest und sind auch für die Organisation wie Planung, Durchführung und Evaluation der Maßnahmen verantwortlich.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen einer internen Weiterbildungsmaßnahme sind ausschließlich oder überwiegend Beschäftigte des Unternehmens. Die Räumlichkeiten können innerhalb oder außerhalb des Unternehmens liegen, werden aber vom Unternehmen zur Verfügung gestellt. Sie befinden sich entweder im Unternehmen direkt vor Ort, in Seminar- und Tagungshotels oder in zum Unternehmen gehörenden Bildungsstätten. Die Referenten von internen Maßnahmen sind meist Beschäftigte, Führungskräfte oder interne Trainer und Trainerinnen des Unternehmens, es können aber auch externe Dozenten und Dozentinnen gebucht werden.

Die externen oder außerbetrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen werden von öffentlichen oder privaten Trägern außerhalb des Unternehmens auf dem freien Markt angeboten und können von den Betrieben und Unternehmen für ihre Beschäftigte gebucht werden. Hierbei haben aber weder der Betrieb bzw. das Unternehmen noch die Teilnehmer und Teilnehmerinnen direkten Einfluss auf die Konzeption oder auf die Gestaltung der Maßnahmen. Die Veranstaltungen werden von den externen Bildungsträgern organisiert, geplant, durchgeführt und evaluiert. Sie tragen die Verantwortung für die Veranstaltungsziele sowie -inhalte und bestimmen über die Teilnahmevoraussetzungen. Die Lernorte befinden sich in anbietereigenen Räumen oder dafür gemieteten Räumlichkeiten, können aber nach Absprache oft auch als „Inhouse“-Veranstaltung in unternehmenseigenen Räumen stattfinden. Die Referenten externer Weiterbildungsmaßnahmen sind entweder anbietereigene Trainer und Trainerinnen oder extern beauftragte Dozenten und Dozentinnen.

Quellen:
Dicke, Hugo; Glismann, Hans H.; Gröhn, Andreas (1995): Der deutsche Markt für berufliche Weiterbildung  (Kieler Studien). Tübingen: Mohr Verlag.
Müller, Victoria (2014): Interne und externe Weiterbildung. Ist die Bildung im betriebswirtschaftlichen Umfeld  auch heute noch von Bedeutung? Hamburg: Igel Verlag.
Statistisches Bundesamt (2007): Dritte europäische Erhebung über die berufliche Weiterbildung in Unternehmen (CVTS3).